Freitag, 13. Juli 2012

Alles nur eine Frage der Identität.



"...Im Gegensatz dazu führt die erste Schwangerschaft bzw. die Geburt des ersten Kindes zu einer totalen Umstellung des Lebensstils einer Frau. Selbstbild, gefühlsmäßiges Erleben und Verhalten erfahren radikale Veränderungen. Damit wird die Mutterwerdung zum einschneidendsten Lebensereignis in der Biographie der wohl meisten Frauen..."


Da ich schon immer ein Mensch war, der alles Hinterfragte, sitze ich nun seit ein paar Tagen da und meine Gedanken kreisen und kreisen und kreisen. Es geht meist um das selbe Thema.
Wer bin ich?


Wie schon im Zitat geschrieben, kommt es nach der Geburt eines Kindes zu einer totalen Umstellung. Nicht nur das mein Körper sich verändert hat (und ich immer noch unglaublich mit mir Kämpfe und mich wie ein ausgeleierter Unterhosen Gummi fühle), nein, dazu kommt nun auch eine kleine, bis mittelgroße
Identitätskrise. 
Das alte "Ich" hat ausgedient und meine neuen Aufgaben sind klar.
Mutter sein!
Ich tröste, trage, füttere und spende Liebe. Klingt total einfach.
Doch ich, also I C H gehe dabei etwas unter. Mal fünf Minuten für sich haben. Da sagen doch bestimmt viele: "Na, das Kind schläft doch noch total viel." Klar, doch auch das ist keine "ruhige" Zeit. Wie eine Füchsin wird vor dem Fuchsbau gehorcht und regelrecht darauf gewartet das, das Junge Laut von sich gibt und man wieder zur Stelle ist.
Es geht mir hier auch nicht in erster Linie um mein Ego oder um meine Bedürfnisse. Viel mehr geht es mir darum, einen Weg zu finden wie ich mich in der Mutter Rolle gut und sicher fühle. Das Kind erhellt mein Herz, die Liebe meines Mannes gibt mir Halt, aber wo bin ich? Wo stehe ich?


Diese Fragen und Unsicherheiten treiben mich dazu, das ich wieder jede "freie" Minute vor der Nähmaschine verbringe und wie eine Irre nähe. Ich versuche mir durch meine Kreativität, wieder ein gutes Gefühl zu geben, so wie früher.
Leider funktioniert das nicht zu 100%. 
Ich fühle mich unglaublich sinnlos und gelangweilt von mir selbst. Ich fühle mich wie die Spaß Bremse und ober Glucke. Meine Sozialphobie gärt im Inneren und mir wird immer mehr klar, das die Gesellige Dino nur darin bestand, mit Menschen zu saufen, zu kiffen, zu trippen und so weiter...


Die Erziehung von Lilo wird wohl nicht das einzige Projekt sein. 











Kommentare:

  1. Lass das Lilokind mal für ein paar Stündchen beim Papa und mach einen ausgedehnten Spaziergang. So nur du und dein Kopf. Vielleicht findest du dich dabei wieder?

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  2. ich erkenne gerade sehr viel von mir in diesem post :( ...

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  3. Liebe Dino, ich lese schon länger still und heimlich mit...jetzt muss ich doch einfach mal meinen Senf dazu geben, denn ich kann SO GUT nachvollziehen wie du fühlst. Mein Sohn wird nächste Woche ein Jahr alt. Und ich fange jetzt erst an mich mit meiner Rolle einfach mal wohl zu fühlen. Ich habe immer an mir gezweifelt, weil ich dachte: Mensch, die anderen Mütter sind so erfüllt und ausgefüllt mir Ihrer Mutterrolle und so glücklich. Wieso ich nicht? Wieso habe ich das Gefühl "nur" noch "Muttertier" zu sein und überhaupt nicht mehr Teil der Gesellschaft? Ich fühlte mich einfach außen vor, weil ich nicht mehr mal eben irgendwo vorbei kommen konnte. Es ist schwierig, man hat das Gefühl man will einfach mal wieder für eine kurze Zeit völlig unabhängig sein und nicht ständig gefordert werden! Aber glaube mir, man findet in die Rolle rein. Manche früher, manche später...Mensch, könnte noch Stunden weiterschreiben, aber das wird als Kommentar zu lang :-) Wünsche Dir viel Unterstützung

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  4. ...ich geh einen mit!!! Email für dich Supermama! xoxo

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  5. du drückst immer aus was andere auch fühlen aber sich nicht zu trauen wagen. genau diese Unbekümmertheit und Offenheit gegenüber dem was du fühlst, ist es was ich an dir Liebe.

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  6. Is so. Jede Mutter hat eine riesige Zäsur zwischen dem alten Leben ohne Kind und dem Leben mit Kind. Der kleine Mensch ist eben kein 9 - 5 Job, sondern immer präsent. Übrigens finde ich es total erstaunlich wieviel Zeit du anscheinend schon wieder für's Nähen hast! Jetzt gilt es wirklich zu überlegen, ob das die richtige Beschäftigung für deine Freizeit ist, wenn es dich doch eigentlich nicht befriedigt?

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  7. WER du bist, kann dir keiner beantworten, aber WAS du bist, damit können wir dienen!
    Du bist
    - Näherin
    - Schneiderin
    - kreativer Kopp
    - Selbsterfinderin
    - die Hälfte eines Ganzens
    - seit neuestem Muttertier
    - absolut liebenswert, auch wenn du nen fetten Schuß hast! Was aber positiv angesehen wird^^
    - Einzel- bzw. jetzige Dreigängerin
    - mir ans Herz gewachsen
    - lange Zeit heimatlos, bis du auf dein Bauchgefühl hörtest, das Glück fandest und nun eine kleine Familie dir Heimat gibt
    - spontan
    - wunderschön, auch ohne dein Selbst. Du strahlst!
    - Körpermodifizierend^^
    - gesunde Langweile vor Menschen
    - vegan
    - present
    - Bloggerin
    - inspirierend
    - unverblümt
    - ehrlich
    - teilweise Vorbild, ohne es zu wollen
    - Megamopsträgerin
    - eigene Chefin
    - coolste Socke aus Berlin
    - Wortakrobatin
    und schlußendlich, obwohl ich noch viel mehr tippen könnte
    - schlicht und einfach ein wundervoller Mensch! Mit deinen Macken, deinen Problemen, deinen Ängsten.
    Du wirst geliebt. Du liebst! Du wirst dich finden. Gib dir Zeit. Aber irgendwann wurzelst du, wenn du nicht schon dabei bist. Außerdem macht Suchen doch Spaß^^

    Ich herz dich
    <3

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  8. Hey,

    ich habe dieses Gefühl des "ich verpasse was, wenn ich nur Mutter bin" nicht so sehr- aber dazu muss man sagen, dass ich auf einem winzigen Kaff wohne und es da keinen großen Unterschied macht, ob ich nun Mama bin oder nicht ;-) In einer pulsierenden Stadt fühlt man sich vermutlich schon eher "gefangen" in seinem Dasein...irgendwie.

    Ich kann dir nur sagen: wenn ich mir deine Fotos immer anschaue, dann denke ich immer still bei mir "Wow, was die beiden (oder du alleine) trotz Kind alles so macht- wahnsinn". Das ist sicherlich eine Frage der Perspektive, aber bei mir beschränkt sich das "was machen" auf nen Besuch bei der Oma oder mal nem Wocheneinkauf im Bioladen... Ich habe gemerkt, für mich , dass es nicht schadet, wenn man idealerweise (durch Geburtsvorbereitung oder so) ein paar Menschen kennengelernt hat, die ziemlich zeitgleich Mama geworden sind. Dann kann man sich gut austauschen und eben auch einfach mal jammern und man weiß genau, dass man verstanden wird...

    Ich bewundere Dich dafür, dass du- wenn auch aus der Not, dein "eigenes Ich" finden zu wollen- eine aktuelle Kollektion auf die Beine stellst. Und du wirst das mit dem Mama sein und dich selbst verwirklichen (wie auch immer) auch gewuppt bekommen. Ganz sicher. Und bis es soweit ist, wünsche ich dir viel Kraft und Durchhaltevermögen und dass dir der Spaß an deinem Kind erhalten bleibt. Du hast doch einen starken Mann an deiner Seite. Und man lernt von und durch Kinder soviel, wie vielleicht nicht mehr sonst im Leben!

    Alles Gute!

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  9. Also ich habe in meiner Umgebung beobachtet, dass das erste Kind eben nicht die Identität der Frauen umkrempelt.
    Die sind die geblieben, die sie waren.
    Hatten allerdings erstmal ordentlich mit Babyversorgung zu tun.
    Hatten auf einmal einen wichtigsten Menschen im Leben und durchaus auf einmal andere Prioritäten als vorher.
    Aber grundlegend geändert hat sich allein durch die Geburt keine.

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  10. hm... da sind gerade genau die fragen, die mich beschäftigen... obwohl ich noch schwanger bin... wie wird man als mutter sein und wie verändert man sich? ist man eine oberglucke oder hat man zu schnell das gefühl nichts zu können? wie wird man das alles packen.. haushalt, kind, arbeit und auch die verschiedenen rollen... mutter, tochter, ehefrau...

    vll. sind manche menschen da zu verkopft und lassen es zu wenig "einfach laufen" (ist ja auch nicht so einfach)

    ich hoffe, und drücke dir ganz fest die daumen, dass du ganz bald wieder zu dir selbst findest und vor allem, dass du die unterstützung hast, die du brauchst =)

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