Sonntag, 12. Mai 2013

Ein Wochenende ohne Kind oder auch "Wir stillen ab."



Schon als ich schwanger war, war für mich klar ich werde mein Babe stillen. Das das auch klappt war eine meiner Ängste, die ich hatte, bevor Lilo geboren war. Zum Glück ging das reibungslos und die Milchbar war offiziell eröffnet. Schon zu beginn machte ich mir Gedanken wie lange ich das machen möchte. Sechs Monate, Acht Monate oder vielleicht Zehn? Das sich ein Kind auch selber abstillen kann, wusste ich auch.
Nach sechs Monaten an der Brust, haben wir schon begonnen dem Lilo Babe unser Futter nahe zu bringen. Angelehnt an BLW (Baby Led Weaning), gab es viel Finger Food und Lilo konnte sich mit ihrem Essen austoben und wir merken bis Heute das sie dadurch eine sehr feine Motorik hat und auch weiß das der Möhren Brei, den sie auch bekommt, in seiner Ursprungs Form ganz anders aussieht.

Auf dem Weg zum "gutem Esser Babe" hatten wir einige Probleme. Hier hing wegen dem Thema "Isst Lilo denn auch genug" auch schon mal der Haussegen schief. Natürlich macht man sich sorgen, wenn das Babe immer als "sehr Zart" beschrieben wird. Klar, Lilo wiegt gerade mal acht Kilo und ist ca 76cm groß. Im Vergleich mit anderen Babes, die teilweise auch jünger sind, ist Lilo wirklich sehr zart. Da ich aber schon immer ein Grundvertrauen in mein Kind habe, ich ihr immer alles angeboten habe, sie zu nichts drängen möchte, gesunde Kinder nicht verhungern, habe ich mir da nicht den Mega Kopf gemacht, wie zb der Herzmann (Herzchen!). Es gibt eben Kinder, die sind nicht die besten Esser. Wenn es so einen Begriff überhaupt gibt. Ich finde das ein Kind sich die Zeit lassen soll und mehr als es ihr anbieten kann ich nicht. Sie isst eben dann wann sie will und was sie will.
Eine Zeitlang hat sie nur süßen Fruchtbrei gegessen, wenn das dann mal mehr als drei Löffel waren, waren wir schon glücklich. Nebenher habe ich sie natürlich immer voll gestillt. Vor ca drei-vier Wochen ist dann der Knoten geplatzt und sie isst mittlerweile alles. Egal ob süßen Brei, deftigen Brei, Obst, Gemüse oder das was wir kochen (dann natürlich mit weniger Salz). Sie isst gerne Risotto. Nudeln, Hühnchen oder die Sachen die ich, mit ganz viel Liebe für sie Koche.

Egal ob Wurst Stulle, Haferflocken Pfannkuchen, süße Pfannkuchen oder Gemüsebratlinge. Sie inhaliert alles.

In der Zeit habe ich angefangen sie Tagsüber nicht mehr zu stillen. Sie bekommt ihre Mahlzeiten und zwischen durch auch immer wieder was. Problematisch wurde es dann nur Nachts. Sie wird teilweise bis zu sechs mal wach. Ich habe sie immer an die Brust genommen und sie ist noch vor dem Milcheinschuss wieder eingeschlafen. Keine Verarsche, Lilo! Klar, die Körperliche nähe, die braucht sie (und ich auch). Aber das nuckeln, stellte sich für mich immer weiter zum Problem dar. Ich entwickelte schon eine kleine "Still depression" und mochte dann auch einfach nicht mehr. Mit einem 12 Monate altem Kind, darf man auch seinen Körper mal wieder zurück haben wollen. Natürlich, stillen ist das schönste und tollste und beste und was auch sonst noch für das Kind. Aber braucht sie das wirklich noch? Kuscheln und schmusen in den Nächten geht auch ohne Milcheinschuss, der dann nicht getrunken wird.
Daher haben wir uns entschieden das Babe und den Papa mal von der Mama zu trennen und die zwei zu Oma und Opa nach Potsdam zu schicken. Damit sie auch mal "ruhiger" und ohne süßlichen Mutti Brust Geruch schlafen kann. Man fragte mich ob es mir denn so schwer fällt, warum denn das Babe weg muss. Also mir fällt das ganz und gar nicht schwer. Ich bin durch mit dem Stillen, mein babe groß genug und wir sind uns sicher das diese nächtliche Raum Trennung uns mal gut tut. Außerdem ist der Herzpapa auch noch da, zu dem hat sie die gleiche Bindung wie zu mir, außer das die Milchbar fehlt.

So, nun sind auch zwei Nächte rum und wie war es?
Mutti: Ich hatte schon Freitag früh eine etwas dickere Mandel im Hals, und da ich schon immer sehr anfällig für eine Mandel entzündung bin und genau weiß wie sich das anfühlt, wusste ich was auf mich zu kommen wird. Ich bin trotzdem noch zu meiner Kanga Stunde gegangen und habe den Mutti Sport mal ohne Kind gemacht, was auch sehr entspannt war (so weit, wie Sport eben entspannt). Für das Wochenende habe ich mir vorgenommen alle Aufträge abzuarbeiten die sich angesammelt habe und habe Mittags begonnen alles zuzuschneiden. Gegen Abend hin, wurden meine Mandeln immer dicker und das Fieber Thermometer stieg. Nachts bis auf über 39 Grad.


Am Samstag ging es dann weiter, ich hatte noch einen Geschäfts Termin, mit der Chefin eines Kinder Cafés. Mit Aspirin und anderen kleinen Helferlein ging das auch ganz gut. Meine Brüste wurden auch immer größer und so trank ich Gefühlte 50 Liter Salbei Tee, der nicht nur Milch Rückbildend wirkt, sondern auch bei entzündungen im Rachen/hals bereich gut wirkt.
Also im Endeffekt habe ich trotz Fieber und Krankheit viel geschafft, habe alle 10 Minuten eine Talk Nachricht an den Papa geschickt um zu checken ob alles klar ist und mich über Fotos aus Omas Garten gefreut.



Und wie war es für Lilo?
Der Herzpapa sagte das sie in den Nächten nur zwei mal wach war und neben ihm die Nächte verbracht hat.


Für manche mag das nun hart oder sonst was klingen, aber mein Babe ist schon groß. Der Herzpapa ist da, Oma und Opa auch und so wurde sie auch gut abgelenkt und hat die Mama bestimmt nicht soooo dolle vermisst.

In ein paar Stunden habe ich meine Herzmenschen wieder, denn noch eine Nacht stehe ich nicht aus. Denn auch neben dem ganzen theoretischem und logischem Teil, fehlt mir meine Familie natürlich Auch wenn sie "nur" in Potsdam (25km) sind und auch wenn es nur zwei Nächte sind, habe ich mir in jeder freie Minute ein Video oder Fotos der beiden angeschaut. So ist das. Und nun, haben wir abgestillt. Die Milchbar ist zu. Bis zum nächsten Babe!



Kommentare:

  1. Ich kann dich sehr gut verstehen. Mit 12 Monaten bist du hier in Deutschland schon ne Langzeitstillmami... glückwunsch dazu! ;) Ich hab 16 Monate geschafft und auch ich dachte, ich kann mit gutem Gewissen abstillen. Iwann darf man nicht mehr wollen.

    Hier war es übrigens genau, wie bei euch. Mara wurde 4-6x in der Nacht wach, zum "stillen". Als wir abgestillt haben, war es plötzlich nur noch 1x. ^^

    Dir wünsche ich schnell gute Besserung!!!
    Ganz viel liebe zu euch!!!
    Danni

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  2. Bei mir war's genauso! Wir haben bloß auf die räumliche Trennung verzichtet, und es hat trotzdem total gut geklappt!

    Gute Besserung und viele Grüße

    Karo

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  3. Weiterhin gute Besserung!

    Und zum Stillen, beiden Seiten muss es damit gut gehen. John wurde vor dem abstillen zig mal wach in der Nacht und hatte keinen ruhigen Schlaf, ich natürlich auch nicht, das tat mir auch nicht gut. Danach ging es bergauf und das komplette Durchschlafen war auch garnicht mehr weit weg.

    LG Steffie :)

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  4. Wenn es für euch beide passt dann ist es doch gut so. Ich hab meinen Großen auch mit einem Jahr völlig problemlos abgestillt. Die Kleine stille ich nun schon 21 Monate und noch kein Ende in Sicht. Sie braucht das Stillen einfach noch sehr und das ist auch (noch) ok für mich.

    Gute Besserung wünsch ihr dir!

    Lg Christina

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  5. Ich glaube, nach 12 Monaten darf man guten Gewissens abstillen. Wenn es anfängt, für einen von beiden nicht mehr optimal zu sein, sollte man aufhören.
    Und 12 Monate sind hierzulande schon ne Menge.
    Bei uns sind es bis jetzt sechs Monate, auf die ich auch ein klein wenig stolz bin. Jetzt beginnt die Beikostzeit, ich bin mal gespannt.

    GLG Jenny

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  6. Also bei 12 Monaten Stillzeit sage ich schon mal Thumbs up...von daher würde ich mich überhaupt nicht stressen, was jetzt wer darüber denken könnte, ob die Trennung für diese Zeit hart sein könnte oder nicht. Hast Du schon alles richtig gemacht - und ja, unsere Zwerge können schon sehr viel alleine und grundsätzlich glaube ich, können wir auf unsere Instinkte bauen, daß wir sehr viel richtig machen...
    Happy Wochenstart!

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  7. Glückwunsch zur neuen Freiheit!
    Ich erinnere mich noch, wie ich mein Mädchen abgestillt hab. Das ging damals ganz von selbst, dafür aber sehr langsam. ab dem 5. Monat habe ich begonnen abzustillen, da ich in ihrem 7. Lebensmonat wieder arbeiten gehen musste. Währen der Arbeit eben schnell zum Stillen nach Hause fahren, ratzfatz ne Portion Milch reindrücken und unter Stress wieder nach Hause - DAS kam für mich nicht in Frage!
    Ich habe jedoch schon vorher sehr viel Milch zusätzlich abgepumpt und die Milchbar in die Kühltruhe verschoben. So hat mein Mädchen ca bis zum 8 Monaten Muttermilch bekommen können.

    Ich muss jedoch zugeben, dass ich das Stillen in den ersten Wochen sehr vermisst habe und zwei mal angelegt habe, obwohl wir mit dem Stillthema eigentlich schon durch waren. Da ich noch Milch hatte (hat sich ja alles sehr langsam zurückgebildet) war das auch kein Problem. Beim zweiten Mal wusste meine Maus jedoch schon nicht mehr so recht, was sie machen muss *g*

    Achso... zum Thema "zart" könnt ich auch noch Seiten füllen.
    Unsere ist auch sehr zart und isst nach Lust und Laune. Sie ist jetzt 85cm groß und wir haben vor kurzem endlich die 10kg geknackt..
    So what. Sie ist gesund (naja, abgesehen von den ständigen Erkältungen, die sie aus der Kita mitbringt), fit und hat sooo viel Energie wie sonst kaum ein Kind, dass ich kenne.

    Hier gabs aber auch schon Stress deswegen. speziell, wenn dann Omas und Uromas ständig meinen, das Kind muss doch noch was essen.... zu jeder Tageszeit wird dann versucht Kekse und Schokolade reinzustopfen, "damit das Kind mal ein wenig dick wird!"
    *grrr* Natürlich will sie dann Mittags kein Gemüse!

    Naja... genug geschrieben ;)

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  8. Ist sicher nicht einfach das Baby mal zurückzulassen aber ich finde ganz und gar nicht dass man dann eine Rabenmutter ist, da es dem Kind auch ohne Mama mal gut gehen kann..

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